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(Anrede)
»Wir wollen uns über das Thema „Gerechtigkeit für Deutschland“, über
unser Volk und seine etwas schwierige Beziehung zu sich selbst einige
Gedanken machen. Wir halten uns nicht zu lange mit vordergründigen
Erscheinungen auf. Aber es ist halt schon merkwürdig, und viele
Deutsche nehmen daran Anstoß, daß ein verurteilter türkischer
Mordanstifter nach Verbüßung seiner Haftstrafe nicht in sein
türkisches Heimatland ausgewiesen werden kann. Ein deutsches Gericht
legt deutsche Gesetze so aus, daß der sogenannte Kalif von Köln sich
nicht zur Rückreise in die Türkei, sondern zum weiteren Bezug
deutscher Sozialhilfe gezwungen sieht.
Da deckt eine große Boulevard-Zeitung den Fall des Miami-Rolf auf.
Dieser mittellose deutsche Rentner erhielt vom Landessozialamt
Niedersachsen den Lebensunterhalt, die Miete nebst Kosten für eine
Putzfrau, zusammen 1.425,- Euro monatlich ins warme Florida
überwiesen. Das ist derzeit noch ganz legal, denn nach § 119
Bundessozialhilfegesetz können deutsche Staatsbürger auch im Ausland
Sozialhilfe erhalten, wenn schwerwiegende Umstände einer Rückkehr
entgegenstehen. In einem psychiatrischen Gutachten war festgestellt
worden, Rolf J. sei in seinem „gewohnten Umfeld“ in Florida besser
aufgehoben. Er kann dort von seinen amerikanischen Freunden eher
„aufgefangen“ werden.
Vor kurzem wurde eine Hessische Kreisverwaltung dazu verdonnert, einem
54jährigen Sozialhilfeempfänger das Potenzmittel „Viagra“ nicht
grundsätzlich zu verweigern. Vor dem Hintergrund der beiden
letztgenannten Fälle schreibt die Zeitung „Das freie Wort“ aus Suhl: „Viagra
aus Staatsknete war gestern, aber heute gibt es die
Deutschland-Allergie.“ Die Oldenburgische Nordwestzeitung empfiehlt:
„Deutsche, laßt die Arbeit liegen, ab ins Paradies.“ Treffend bemerkt
die „Deister- und Weserzeitung“: „Wut und Entsetzen kocht da hoch.“
Viele von Ihnen kennen ähnliche Beispiele, in denen der gewährende
deutsche Sozialstaat oder der viele Rechtswege eröffnende Rechtsstaat
gnadenlos ausgenutzt werden. Dabei hat der Einzelne, den man früher
Schmarotzer genannt hätte, in der Regel kein schlechtes Gewissen.
Wohlmeinende Sozialpolitiker aller Couleur haben das individuelle
Anspruchsdenken kräftig gestärkt, man kann sogar sagen
verselbständigt. Dabei ist ganz aus dem Blick geraten, daß all diese
Sozialhilfe-Euros vorher von anderen hart erarbeitet oder per
Staatskredit der jungen Generation aufgebürdet werden müssen. Bei der
Abwägung von Rechten und Pflichten wurden die Rechte des Einzelnen
groß heraus-, die Pflichten des Einzelnen aber hintangestellt. Wie
viele Menschen in Deutschland klopfen ihre Pläne und Taten auch darauf
ab, ob sie nicht nur eigennützig, sondern auch gemeinschaftsnützig
sind, sie der Gemeinschaft nützen, ob sie unser Land voranbringen?
Das Wir-Denken, die Gemeinschaftsbezogenheit, müssen aber zweifellos
gestärkt werden. Bitter für uns, daß diese schwierige Übung
ausgerechnet in einer Zeit wirtschaftlicher Stagnation von uns
verlangt wird. Die Zahl der bereits erfolgten Einschränkungen ist
nicht gering, die Zahl der künftigen - dazu muß man kein Prophet sein
- wird noch größer sein. Die große Mehrheit der Bevölkerung
verschließt sich einem Sparkurs nicht. Allerdings wird eines verlangt:
Gerecht muß es zugehen.
Wenn erfolglose Manager sich Abfindungen in zweistelligem
Millionenbereich auszahlen lassen, fehlt nicht nur dem unverschuldet
Arbeitslosen dafür jegliches Verständnis. Nun könnte man diese
horrenden Abfindungen noch als Auswüchse des sogenannten
kapitalistischen Systems bewerten und mit der gleichen Praxis in den
Vereinigten Staaten entschuldigen. Aber besonders auch im Verhältnis
zum eigenen Staat erahnen viele Deutsche Gerechtigkeitslücken. Sie
haben das Gefühl, als normaler Deutscher schlechter behandelt zu
werden als andere. Wer seine staatsbürgerlichen Pflichten erfüllt,
fleißig arbeitet und Kinder großzieht, kann dafür in Deutschland kein
Lob erwarten, im Gegenteil, er fühlt sich eher als der Dumme. Bei ihm
nämlich kann der chronisch klamme Staat seine leeren Kassen auffüllen.
Leider, meine Damen und Herren, kann ich den Verdacht, daß man als
Deutscher in Deutschland keine Vorzugsbehandlung genießt, nicht
entkräften. Im Gegenteil. Ich habe drei Anfragen an die
Bundesregierung gestellt:
1. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und
des Rückgangs der Staatseinnahmen bereit, ihre Zahlungen an die
Europäische Union zu verringern? Die Antwort war: Die deutsche
Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union wird ohne Abstriche
eingehalten.
2. Ist die Bundesregierung bereit, sich auch für deutsche
Zwangsarbeiter einzusetzen, nachdem für ausländische und jüdische
Zwangsarbeiter 10 Milliarden DM zur Verfügung gestellt worden sind?
Die Antwort war: Man könne die beiden Fälle nicht vergleichen. Die
Bundesregierung wird sich gegenüber Rußland, Polen und der
Tschechischen Republik auch nicht für eine symbolische Entschädigung
und ein Zeichen der Genugtuung für die deutschen Zwangsarbeiter
einsetzen.
3. Ist die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsentwicklung und
des Rückgangs der Steuereinnahmen bereit, ihre Entschädigungszahlungen
nach dem Bundesentschädigungsgesetz (also an – vor allem jüdische –
Opfer des Nationalsozialismus) der gesunkenen Leistungsfähigkeit des
deutschen Staates anzupassen? Die Antwort war: Nein, der Respekt vor
dem damaligen Leiden dieser Menschen gebiete, das Entschädigungsniveau
uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.
Mich haben diese Antworten nachdenklich gemacht und sie bestätigen die
in unserem Land weitverbreitete Anschauung: Erst kommen die anderen,
dann wir. Überspitzt gesagt: Hauptsache, die deutschen Zahlungen gehen
auf Auslandskonten pünktlich und ungeschmälert ein. Dafür müssen die
Deutschen den Gürtel halt noch ein wenig enger schnallen.
Offengestanden, ich würde mir einen Konsens wünschen, wie er in vielen
anderen Ländern der Welt besteht. Dort lautet dieser Konsens: Der
eigene Staat muß in erster Linie für die eigenen Staatsbürger da sein.
Wenn schon eine Bevorzugung der Deutschen als nicht möglich oder nicht
opportun erscheint, dann erbitte ich wenigstens Gleichbehandlung von
Ausländern und Deutschen.
Fragt man nach den Ursachen dieser Schieflage, so werden viele
antworten: Das liegt an der deutschen Geschichte.
Meine Damen und Herren, kein Kundiger und Denkender kann ernsthaft den
Versuch unternehmen, deutsche Geschichte weißzuwaschen oder vergessen
zu machen. Nein. Wir alle kennen die verheerenden und einzigartigen
Untaten, die auf Hitlers Geheiß begangen wurden. Hitler, als
Vollstrecker des Bösen, und mit ihm die Deutschen schlechthin, sind
gleichsam zum Negativsymbol des letzten Jahrhunderts geworden. Man
spricht von einer „Vergangenheit, die nicht vergehen will“. Man räumt
dem Phänomen Hitler auch heute noch in öffentlichen Darstellungen eine
ungewöhnlich hohe Präsenz ein. Tausende von eher minderwertigen Filmen
sorgen vor allem im angelsächsischen Ausland dafür, das Klischee vom
dümmlichen, brutalen und verbrecherischen deutschen Soldaten
wachzuhalten und zu erneuern.
Wird hingegen darauf hingewiesen, auch Deutsche seien im letzten
Jahrhundert im großen Stil Opfer fremder Gewalt geworden, so gilt das
schon als Tabubruch. Die Diskussion um das Zentrum gegen Vertreibungen
belegt dies eindrucksvoll. Da wird dann gleich die Gefahr des
Aufrechnens beschworen. Auf die Verursachung des Zweiten Weltkrieges
durch das Hitlerregime wird verwiesen. In einem Interview hat unlängst
Hans-Olaf Henkel, der Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen
Industrie das Faktum und die Folgen dieser negativen
Vergangenheitsbezogenheit auf den Punkt gebracht. Er sagte:
„Unsere Erbsünde lähmt das Land.“ (HÖR ZU 21/2003, Seite 16 ff).
Immer wieder erfahren wir, wie stark die 12 Jahre der NS-Vergangenheit
bis in unsere Tage wirksam sind. Fast möchte man sagen, je länger die
Nazidiktatur zurückliegt, desto wirkmächtiger wird der Hitlersche
Ungeist. Das Häufchen seiner Adepten am rechtsextremen Rand der
politischen Szene ist nicht zu verharmlosen. Die abstoßende
Aggressivität ihrer öffentlichen Auftritte sorgt aber in der Regel für
begrenzte Anhängerschaft im heutigen demokratischen Deutschland. An
der Wahlurne erteilen die deutschen Wähler diesen Dumpfbacken jeweils
eine klarere Abfuhr, als das in vergleichbaren Nachbarländern
geschieht. So gesehen ist das Scheitern des NPD-Verbotes von Vorteil,
weil nicht das Verfassungsgericht, sondern der deutsche Souverän, das
Wahlvolk sein Urteil über den braunen Abhub spricht.
Dieser aktuell zu beobachtende, tagespolitisch aktive Teil des braunen
Erbes gehört zu den unangenehmen, aber wohl unumgänglichen
Erscheinungen einer parlamentarischen Demokratie. Der Narrensaum am
rechten und linken Rand des politischen Spektrums muß politisch und,
wo Strafgesetze verletzt werden, mit justiziellen Mitteln bekämpft
werden. Im erfolgreichen Kampf gegen gewaltsame Extremisten haben sich
unsere Staatsschutzorgane bewährt und in Krisen, wie dem blutigen
RAF-Terrorismus der 70er Jahre, unser Vertrauen erworben.
Nicht die braunen Horden, die sich unter den Symbolen des Guten
sammeln, machen tiefe Sorgen. Schwere Sorgen macht eine
allgegenwärtige Mutzerstörung im nationalen Selbstbewußtsein, die
durch Hitlers Nachwirkungen ausgelöst wurde. Das durch ihn veranlaßte
Verbrechen der industrialisierten Vernichtung von Menschen, besonders
der europäischen Juden, lastet auf der deutschen Geschichte. Die
Schuld von Vorfahren an diesem Menschheitsverbrechen hat fast zu einer
neuen Selbstdefinition der Deutschen geführt. Trotz der allseitigen
Beteuerungen, daß es Kollektivschuld nicht gebe, trotz nuancierter
Wortneuschöpfungen wie „Kollektivverantwortung“ oder „Kollektivscham“:
Im Kern bleibt der Vorwurf: die Deutschen sind das „Tätervolk“.
Jede andere Nation neigt eher dazu, die dunklen Seiten ihrer
Geschichte in ein günstigeres Licht zu rücken. Vor beschämenden
Ereignissen werden Sichtschutzblenden aufgestellt. Bei den anderen
wird umgedeutet. Paradebeispiel für Umdeutung ist die Darstellung der
französischen Revolution. Da ist das große Massaker in Paris und den
Provinzen, besonders in der Vendee. Da ist die anschließende
Machtübernahme durch einen Alleinherrscher, dessen
Eroberungskriegszüge millionenfachen Tod über Europa brachten. Die
Mehrheit französischer und außerfranzösischer Stimmen beschreiben
dennoch die Revolution mit ihrem Terror als emanzipatorischen Akt und
Napoleon als milden, aufgeklärten Vater des modernen Europa.
Solche gnädige Neubetrachtung oder Umdeutung wird den Deutschen nicht
gestattet. Das verhindert die zur Zeit in Deutschland dominierende
politische Klasse und Wissenschaft mit allen Kräften. Sie tun „fast
neurotisch auf der deutschen Schuld beharren“, wie Joachim Gauck es am
1.10.2003 ausgedrückt hat.
Mit geradezu neurotischem Eifer durchforschen immer neue Generationen
deutscher Wissenschaftler auch noch die winzigsten Verästelungen der
NS-Zeit.
Es verwundert, daß noch keiner den Verzicht auf Messer und Gabel
vorgeschlagen hat, wo doch bekanntermaßen diese Instrumente der
leiblichen Kräftigung der damaligen Täter dienten. Die Deutschen als
Tätervolk.
Das ist ein Bild mit großer, international wirksamer Prägekraft
geworden. Der Rest der Welt hat sich hingegen in der Rolle der
Unschuldslämmer - jedenfalls der relativen Unschuldslämmer - bestens
eingerichtet. Wer diese klare Rollenverteilung - hier die Deutschen
als größte Schuldigen aller Zeiten, dort die moralisch überlegenen
Nationen - nicht anstandslos akzeptiert, wird Schwierigkeiten
erhalten. Schwierigkeiten gerade von denen, die als 68er das
„Hinterfragen, das Kritisieren und das Entlarven“ mit großem
persönlichen Erfolg zu ihrer Hauptbeschäftigung gemacht haben. Einige
von den Entlarvern hat es bekanntermaßen bis in höchste Staatsämter
getragen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, um jedem Mißverständnis
auszuweichen:
Mit Ihnen gemeinsam bin ich für Klarheit und Wahrheit. Es soll, darf
nicht verschwiegen und beschönigt werden. „Hehle nimmer mit der
Wahrheit, bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue“, sagt der Dichter.
Ja, das Unangenehme, das Unglaubliche, das Beschämende an der
Wahrheit, das gilt es auszuhalten. Wir Deutschen haben es ausgehalten,
wir halten es seit Jahrzehnten aus. Aber bei vielen kommt die Frage
auf, ob das Übermaß der Wahrheiten über die verbrecherischen und
verhängnisvollen 12 Jahre der NS-Diktatur nicht
a) instrumentalisiert wird und
b) entgegen der volkspädagogischen Erwartung in eine innere
Abwehrhaltung umschlagen könnte.
Immer und immer wieder die gleiche schlimme Wahrheit: Das kann, das
muß geradezu psychische Schäden bewirken, wie wir aus der
Resozialisierungspsychologie wissen.
Schlimm ist es besonders, wenn ein U.S.-amerikanischer
Junior-Professor (Daniel Jonah Goldhagen) als Ergebnis seiner
Aufklärungsarbeit unser ganzes Volk als „Mörder von Geburt an“
bezeichnet. Diese ebenso schrille wie falsche These hat ihm jedoch -
besonders in Deutschland - Medienaufmerksamkeit und Autorenhonorar
gesichert. Andere Nationen würden ihn mit kalter Verachtung links
liegen lassen.
In der Tat lehnen sich gerade jüngere Menschen dagegen auf, für
Verfehlungen von Großvätern und Urgroßvätern in Anspruch genommen und
mit dem Verdikt „Angehöriger des Tätervolks“ belegt zu werden.
Ganz zweifellos steht fest: Das deutsche Volk hat nach den Verbrechen
der Hitlerzeit sich in einer einzigartigen, schonungslosen Weise mit
diesen beschäftigt, um Vergebung gebeten und im Rahmen des Möglichen
eine milliardenschwere Wiedergutmachung geleistet, vor allem gegenüber
den Juden. Auf die Verträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und dem Staat Israel unter den Führungspersönlichkeiten Adenauer und
Ben Gurion darf ich verweisen. Zu der damals vereinbarten
Wiedergutmachung bekennt sich die Mehrheit der Deutschen ganz
ausdrücklich, wobei Leid und Tod in unermeßlichem Maß nicht
ungeschehen gemacht werden kann.
Auf diesem Hintergrund stelle ich die provozierende Frage: Gibt es
auch beim jüdischen Volk, das wir ausschließlich in der Opferrolle
wahrnehmen, eine dunkle Seite in der neueren Geschichte oder waren
Juden ausschließlich die Opfer, die Leidtragenden?
Meine Damen und Herren,
es wird Sie überraschen, daß der amerikanische Autokönig Henry Ford
1920 ein Buch mit dem Titel „The International Jew“ herausgegeben hat.
Dieses Buch hat in den USA eine Auflage von 500.000 Exemplaren erlebt.
Es wurde ein Weltbestseller und in 16 Sprachen übersetzt. Darin
prangert Ford die Juden generalisierend als „Weltbolschewisten“ an. Er
vermeinte, einen „alljüdischen Stempel auf dem roten Rußland“
ausmachen zu können wo damals die bolschewistische Revolution tobte.
Er bezeichnete die Juden in „hervorragendem Maße“ als
„Revolutionsmacher“. Dabei bezog er sich auf Rußland, Deutschland und
Ungarn. Ford brachte in seinem Buch eine angebliche „Wesensgleichheit“
von Judentum und Kommunismus bzw. Bolschewismus zum Ausdruck.
Wie kommt Ford zu seinen Thesen, die für unsere Ohren der
NS-Propaganda vom „jüdischen Bolschewismus“ ähneln? Hören wir, was der
Jude Felix Teilhaber 1919 sagt: „Der Sozialismus ist eine jüdische
Idee … Jahrtausende predigten unsere Weisen den Sozialismus.“ Damit
wird auch ausgedrückt, daß an der Wiege des Kommunismus und
Sozialismus jüdische Denker standen. So stammt Karl Marx über beide
Eltern von Rabbinern ab. Sein Porträt hing im Wohnzimmer einer
jüdischen Frauenforscherin, die im übrigen bekennt: „Ich bin damit
groß geworden, daß ein jüdischer Mensch sich für soziale Gerechtigkeit
einsetzt, progressiv und sozialistisch ist. Sozialismus war unsere
Religion.“ Immer wieder klingen in den Schriften dieser frühen
kommunistischen Zeit quasi religiöse Züge an. Viele der für den
Bolschewismus engagierten Juden fühlten sich sozusagen als „gläubige
Soldaten der Weltrevolution“. So erwartete Kurt Eisner bereits 1908,
die „Religion des Sozialismus“ werde die „Verzweiflung des Jammertals“
und die „Hoffnungslosigkeit des irdischen Geschicks“ überwinden. Leo
Rosenberg verherrlicht das Proletariat 1917 gar als „Weltmessias“.
Konkret stellt sich die Frage: Wieviel Juden waren denn nun in den
revolutionären Gremien vertreten? Zum siebenköpfigen Politbüro der
Bolschewiki gehörten 1917 vier Juden: Leo Trotzki, Leo Kamenjew,
Grigori Sinowjew und Grigori Sokolnikow. Die Nichtjuden waren Lenin,
Stalin, Bubnow. Unter den 21 Mitgliedern des revolutionären
Zentralkomitees in Rußland waren 1917 6 der jüdischen Nationalität an,
also 28,6 %. Der überaus hohe Anteil von Juden bei den kommunistischen
Gründervätern und den revolutionären Gremien beschränkte sich
keineswegs auf die Sowjetunion. Auch Ferdinand Lassalle war Jude,
ebenso wie Eduard Bernstein und Rosa Luxemburg. 1924 waren von sechs
KP-Führern in Deutschland vier und damit zwei Drittel jüdisch. In Wien
waren von 137 führenden Austro-Marxisten 81 und somit 60 % jüdisch.
Von 48 Volkskommissaren in Ungarn waren 30 jüdisch gewesen. Aber auch
bei der revolutionären sowjetischen Geheimpolizei, der Tscheka, waren
die jüdischen Anteile außergewöhnlich hoch. Während der jüdische
Bevölkerungsanteil 1934 in der Sowjetunion bei etwa 2 % lag, machten
die jüdischen Tscheka-Führer immerhin 39 % aus. Jüdisch galt, das sei
erläuternd gesagt, in der Sowjetunion als eigene Nationalität. Damit
war er höher als der russische Anteil bei der Tscheka mit 36 %. In der
Ukraine waren sogar 75 % der Tschekisten Juden.
Diese Feststellung leitet zu einem Kapitel über, das zur damaligen
Zeit für ungeheure Empörung gesorgt hat. Der Mord am russischen Zaren
und seiner Familie wurde von dem Juden Jakob Swerdlow angeordnet und
von dem Juden Chaimowitz Jurowski am Zaren Nikolaus II. eigenhändig
vollzogen. Weiter stellt sich die Frage, ob Juden in der
kommunistischen Bewegung eher Mitläufer oder Leitungsfunktion hatten.
Letzteres trifft zu. Leo Trotzki in der UdSSR, Bela Kun in Ungarn.
Nicht zu vergessen die Münchner Räterepublik: Kurt Eisner, Eugen
Leviné, Tobias Achselrod und andere Juden waren hier als unbestrittene
Führungspersönlichkeiten tätig. Ein großes Aufsehen erregte damals das
Eindringen bewaffneter Rotgardisten in die Münchner Nuntiatur des
späteren Pacelli-Papstes. Er wurde von den Revolutionären mit einer
auf die Brust gehaltenen Pistole bedroht. Auch die Ende April 1919 von
Rotgardisten durchgeführte Erschießung von sieben Mitgliedern der
„Thule-Gesellschaft“, die in enger Verbindung zur späteren NSDAP
stand, zeigt die Entschlossenheit des revolutionären Prozesses. Diese
Geiselerschießung, der die Londoner Times am 5. Mai 1919 eine
Schlagzeile gewidmet hatte, gab einem „giftigen Antisemitismus Nahrung
und erzeugte lange nachwirkende Rachegelüste“.
Weiter könnte nach dem revolutionären Eifer und der Entschlossenheit
der jüdischen Kommunisten gefragt werden. Nun, diese revolutionäre
Elite meinte es wirklich ernst, so äußerte Franz Koritschoner von der
KPÖ: „Zu lügen und zu stehlen, ja auch zu töten für eine Idee, das ist
Mut, dazu gehört Größe.“ Grigori Sinowjew verkündete 1917: „90 von 100
Millionen Sowjet-Russen müssen mitziehen. Was den Rest angeht, so
haben wir ihnen nichts zu sagen. Sie müssen ausgerottet werden.“
(S.138). Ähnlich auch hat Moisei Wolodarski formuliert: „Die
Interessen der Revolution erfordern die physische Vernichtung der
Bourgeoisie.“ (S.138). Ganz ähnlich auch Arthur Rosenberg im Jahre
1922: „Die Sowjetmacht hat die Pflicht, ihre unversöhnlichen Feinde
unschädlich zu machen.“ (S.163).
Zweifellos waren diese Äußerungen kommunistischer jüdischer
Revolutionäre keine leeren Drohungen. Das war Ernst. Das war tödlicher
Ernst. Nach einer von Churchill 1930 vorgetragenen statistischen
Untersuchung eines Professors sollen den Sowjets bis 1924 folgende
Menschen zum Opfer gefallen sein: 28 orthodoxe Bischöfe, 1.219
orthodoxe Geistliche, 6.000 Professoren und Lehrer, 9.000 Doktoren,
12.950 Grundbesitzer, 54.000 Offiziere, 70.000 Polizisten, 193.000
Arbeiter, 260.000 Soldaten, 355.000 Intellektuelle und
Gewerbetreibende sowie 815.000 Bauern.
Ein besonders grausames Kapitel war das Niederringen jeglichen
Widerstandes gegen die Zwangskollektivierung in der Ukraine. Unter
maßgeblicher Beteiligung jüdischer Tschekisten fanden hier weit über
10 Millionen Menschen den Tod. Die meisten gingen an Hunger zu Grunde.
Keinesfalls darf die ausgesprochen antikirchliche und antichristliche
Ausrichtung der bolschewistischen Revolution unterschlagen werden, wie
es in den meisten Schulbüchern der Fall ist. Tatsächlich hat der
Bolschewismus mit seinem kriegerischen Atheismus die umfassendste
Christen- und Religionsverfolgung der Geschichte durchgeführt. Nach
einer von russischen Behörden erstellten Statistik wurden zwischen
1917 und 1940 96.000 orthodoxe Christen, darunter Priester, Diakone,
Mönche, Nonnen und andere Mitarbeiter nach ihrer Verhaftung
erschossen.
Weder die orthodoxen Kirchen oder Klöster wurden verschont. Die
Baulichkeiten wurden entweder zerstört oder für profane Zwecke
genutzt. So wurden Kirchen zu Clubs, Kaufläden oder Speichern
umgewandelt. Das Gold und das Silber der sakralen Schätze der
orthodoxen Kirche verwendete man zur Finanzierung weltweiter
revolutionärer Bewegungen.
Wie ging es den religiösen Juden selbst, in der frühen Sowjetunion?
Auch sie waren der Verfolgung durch die Bolschewisten ausgesetzt. An
der Spitze der bolschewistischen sogenannten Gottlosen-Bewegung stand
ausgerechnet Trotzki. Er leugnete damals sein Judentum, wurde aber von
den Russen und weltweit als Jude wahrgenommen.
Meine Damen und Herren,
wir haben nun gesehen, wie stark und nachhaltig Juden die
revolutionäre Bewegung in Rußland und mitteleuropäischen Staaten
geprägt haben. Das hat auch den amerikanischen Präsidenten Woodrow
Wilson 1919 zu der Einschätzung gebracht, die bolschewistische
Bewegung sei „jüdisch geführt“. Mit einer gewissen Berechtigung könnte
man im Hinblick auf die Millionen Toten dieser ersten Revolutionsphase
nach der „Täterschaft“ der Juden fragen. Juden waren in großer Anzahl
sowohl in der Führungsebene als auch bei den
Tscheka-Erschießungskommandos aktiv. Daher könnte man Juden mit
einiger Berechtigung als „Tätervolk“ bezeichnen. Das mag erschreckend
klingen. Es würde aber der gleichen Logik folgen, mit der man Deutsche
als Tätervolk bezeichnet.
Meine Damen und Herren,
wir müssen genauer hinschauen. Die Juden, die sich dem Bolschewismus
und der Revolution verschrieben hatten, hatten zuvor ihre religiösen
Bindungen gekappt. Sie waren nach Herkunft und Erziehung Juden, von
ihrer Weltanschauung her aber meist glühende Hasser jeglicher
Religion. Ähnliches galt für die Nationalsozialisten. Die meisten von
ihnen entstammten einem christlichen Elternhaus. Sie hatten aber ihre
Religion abgelegt und waren zu Feinden der christlichen und der
jüdischen Religion geworden. Verbindendes Element des Bolschewismus
und des Nationalsozialismus war also die religionsfeindliche
Ausrichtung und die Gottlosigkeit.
Daher sind weder „die Deutschen“, noch „die Juden“ ein Tätervolk.
Mit vollem Recht aber kann man sagen: Die Gottlosen mit ihren
gottlosen Ideologien, sie waren das Tätervolk des letzten, blutigen
Jahrhunderts. Diese gottlosen Ideologien gaben den „Vollstreckern des
Bösen“ die Rechtfertigung, ja das gute Gewissen bei ihren Verbrechen.
So konnten sie sich souverän über das göttliche Gebot „Du sollst nicht
morden“ hinwegsetzen. Ein geschichtlich bisher einmaliges,
millionenfaches Morden war das Ergebnis. Daher, meine Damen und
Herren, plädiere ich entschieden für eine Rückbesinnung auf unsere
religiösen Wurzeln und Bindungen. Nur sie werden ähnliche Katastrophen
verhindern, wie sie uns Gottlose bereitet haben. Die christliche
Religion ist eine Religion des Lebens. Christus hat gesagt: „Ich will,
daß sie das Leben haben und daß sie es in Fülle haben“ (Joh. 10, 10).
Damit ist nicht nur das jenseitige, sondern ganz konkret unser reales
heutiges Leben und Überleben gemeint. Deswegen ist es auch so wichtig,
daß wir den Gottesbezug in die europäische Verfassung aufnehmen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben also gesehen, daß der
Vorwurf an die Deutschen schlechthin, „Tätervolk“ zu sein, an der
Sache vorbeigeht und unberechtigt ist. Wir sollten uns in Zukunft
gemeinsam gegen diesen Vorwurf wehren. Unser Leitspruch sei:
Gerechtigkeit für Deutschland, Gerechtigkeit für Deutsche.
Ich komme zum Schluß und sage:
Mit Gott in eine gute Zukunft für Europa! Mit Gott in eine gute
Zukunft besonders für unser deutsches Vaterland!« |