Fast 10 Millionen Arbeitslose in Deutschland:
Das wahre Ausmaß der Katastrophe

Bereits im Jahr 2004 zeigte die »WirtschaftsWoche« Nr. 29/2004, daß im Gegensatz zu den Schönrechnereien die wahre Arbeitslosigkeit bei 8,6 Millionen Arbeitslosen lag, also doppelt so hoch wie die damalige offizielle Zahl von 4,2 Millionen.

Das dem so war, geht aus öffentlich zugänglichen Daten und Schätzwerten der Nürnberger Bundesagentur, des Sachverständigenrates, des Deutschen Städtetages sowie namhafter Wirtschaftsforschungsinstitute hervor.

In diesen Berechnungen der »WirtschaftsWoche« sind auch jene Arbeitslose enthalten, die nicht in die offizielle Arbeitslosenstatistik einfließen, wie etwa Arbeitssuchende, die in Bildungsmaßnahmen der Arbeitsämter untergebracht sind oder Arbeitslose über 58 Jahre.

Dazu stellte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gegenüber der »WirtschaftsWoche« fest:

»Um zur tatsächlichen Unterbeschäftigung zu gelangen, müssen die aktive Arbeitsmarktpolitik, die Frühverrentung und die stille Reserve zur offiziellen Statistik dazugerechnet werden.« Demnach kamen zu der offiziellen Arbeitslosenstatistik 2004 allein 868.000 Menschen hinzu, die sich in Maßnahmen der BA befanden und daher offiziell nicht als arbeitslos gezählt wurden. In den Kommunen befanden sich zusätzlich 390.000 Arbeitssuchende, die ebenfalls nicht in die offizielle Statistik eingeflossen waren. 1.077 Menschen lebten schätzungsweise im Vorruhestand, und in Kurzarbeit wurden 75.000 Menschen (umgerechnet auf Vollzeitstellen) beschäftigt. Rund zwei Millionen Menschen galten im Jahr 2004 als stille Reserve. Das sind jene Menschen, die arbeiten wollen, die Suche nach einem Job jedoch aufgegeben haben oder sich erst gar nicht arbeitslos gemeldet hatten. Daraus ergab sich für Deutschland im Jahr 2004 eine Arbeitslosigkeit von 8.643 Millionen Menschen, was einer Arbeitslosenquote von 18,8 Prozent entsprach.

Erstmals im April 2005 räumte der Chef der Bundesagentur für Arbeit ein, daß die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland weit höher liegt als bekannt. »Ich hatte nicht den Mut, an dem eingeübten Ritual etwas zu ändern und 6,5 Millionen zu nennen«, sagte Weise vor Journalisten in Berlin. »Es sind weitere Arbeitslose in Maßnahmen und weitere, die sich gar nicht mehr bei uns melden«, fügte der BA-Chef hinzu.

Wie sieht die Lage in Deutschland heute aus?

Die offizielle Arbeitslosenzahl lag im September 2006 bei 4.237.835. Aber wie bitte erklären uns die Regierenden, daß genau im September 2006 - ebenfalls laut Bundesagentur für Arbeit 5.173.283 Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld II beziehen? Also eine Differenz von ca. einer Million Betroffener. Diese Information sollte Anreiz genug sein, um dieser »Schönrechnerei« einmal näher auf den Grund zu gehen:

Manipulierte Zahlen

War die Arbeitslosigkeit im September 2006 tatsächlich gesunken, oder waren lediglich einige Rechenkünstler am Werk, um die Arbeitslosigkeit wenigstens statistisch sinken zu lassen? Angeknüpft an der Enthüllung in der »WirtschaftsWoche« im Jahr 2004 haben wir unsere eigenen Berechnungen angestellt. Daraus ergibt sich aktuell:

Arbeitslose im September 2006:
Arbeitslose in Maßnahmen der BA:
Stille Reserve 2006:
Arbeitslose im Vorruhestand:
Arbeitslose in Maßnahmen der Kommunen:
Kurzarbeiter:

Arbeitslose gesamt:

4.237.835
1.456.560
ca. 2.000.000
ca. 1.100.000 *
 ca. 400.000 *
 47.935

 ca. 9.242.330 Mio.

 
*
Hierbei handelt es sich um Schätzungen aufgund der Vorjahreswerte


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Letzte Änderung:
10.03.2008 15:07:38

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