465 Milliarden Euro
»Die Euro-Krise wird für die deutschen Steuerzahler potenziell immer teurer«, so der Chef des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Im schlimmsten Fall wäre Deutschland nach Berechnungen des ifo-Instituts mit 465 Milliarden Euro im Risiko. Das wäre mehr als das Doppelte der jährlichen Steuereinnahmen des Bundes. Das ifo-Institut legte bei seiner Berechnung nicht nur Risiken aus den aktuellen Hilfsprogrammen für Euro-Länder zugrunde, sondern berücksichtigte auch den deutschen Haftungsanteil an den Staatsanleihen-Ankäufen durch die EZB sowie die Verbindlichkeiten der Krisenländer, die innerhalb des Eurozahlungssystems aufgehäuft wurden. Finanzexperten der Deutschen Bank berechneten für den Extremfall »nur« 400 Milliarden Euro, für die der deutsche Steuerzahler als Bürge geradestehen müßte. Das Bundesfinanzministerium wies beide Berechnungen zurück und sprach von einem »unrealistischen Extremszenario«. Dazu paßt ein fast 15 Jahre altes Zitat von Wolfgang Schäuble: »Ihr könnt darauf vertrauen, daß der Euro eine stabile Währung sein wird. Das funktioniert.« |