Wahrheit - Klarheit - Offenheit
 
 
eine Seite zurück eine Seite vor  Seite ausdrucken

aktuelle Ausgabe:

folge uns auf:

die UN bestellen:
Hier können Sie völlig unverbindlich die UN bestellen, einzelne Ausgaben nachbestellen oder Probeexemplare anfordern.

Kontakt:
Telefon
+49 208 84 01 32
Mo. - Fr. 14 - 17 Uhr
Postadresse 
UN
Postfach 10 17 06
46017 Oberhausen
Deutschland
E-Post 


 


 
UN 11/2013

Schluß mit der Selbstzensur!

Ein Ende der Selbstzensur von Journalisten fordert Horst Pöttker in Die Zeit vom 2.10.2013. Der Professor für Journalistik an der Uni Dortmund möchte, daß bei Straftaten wieder die Herkunft der Täter genannt wird. Dies verbietet derzeit Richtlinie 12.1 des Pressekodex. Dieser müsse daher geändert werden. Richtlinie 12.1 besagt:

»In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, daß die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.«

UN-Leser wissen, daß dies faktisch dazu geführt hat, daß niemals die Herkunft erwähnt wird, wenn nicht gerade die Bild mal wieder auf die Pauke haut.

Laut Professor Pöttker geht diese Richtlinie auf das Jahr 1971 zurück. Damals habe man auf Anregung des Deutsch-Amerikanischen Clubs verhindern wollen, daß bei »Zwischenfällen mit US-Soldaten […] die Rassenzugehörigkeit der Beteiligten« erwähnt wird. Warum wohl?

Eine ältere Fassung des Punktes 12.1 des Pressekodex habe sogar jegliche »schutzbedürftige Gruppe« vor Benennung schützen wollen. Pöttker kontert: »Aber sind die 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die heute in Deutschland leben, tatsächlich schutzbedürftig? […] Über die Wortkosmetik hinaus sollte [der Presserat] die ganze Richtlinie streichen ...«. Hinter ihr verberge sich eine pädagogisch bevormundende Auffassung. Sie sei ein »konkretes Formulierungsverbot« und daher abzuschaffen.

Der Pressekodex mit seinem starren Formulierungsverbot entbinde die Journalisten vom selbständigen Nachdenken über mögliche Problemursachen. Journalisten sollen selber abwägen dürfen.

»Hinzu kommt, daß die Richtlinie das Publikum für dümmer hält, als es ist.« Leser würden es sehr wohl merken, wenn die Nationalität verschwiegen werde. Danke, Professor Pöttker, daß es endlich einer ausspricht!

Was immer Professor Pöttker zu seinen ketzerischen Forderungen getrieben hat: Er weiß es geschickt als »Kampf gegen Rechts« zu verkaufen. Wenn Journalisten ehrlich berichteten, könne man »rechten« Pressorganen, »die tatsächlich diskriminieren«, den Triumph nehmen, offener zu berichten, als »die deutsche Qualitätspresse«.

Uns ist es egal! Die UN werden vermutlich immer offener sein, als die »deutsche Qualitätspresse«. Aber sollte sich dies einmal ändern, wäre unsere Aufgabe endlich erfüllt. Die Abschaffung von Richtlinie 12.1 des Pressekodex wäre ein guter Schritt auf dem Weg dahin.

 

 

Unabhängige Nachrichten • Postfach 10 17 06 • D-46017 Oberhausen •