UN 8/2025
Es hat sich ausgegrünt
Vor zwei Jahren, am 20.7.2023, meldete die tagesschau stolz:
»Für den Bau einer Anlage zur grünen Stahlproduktion soll thyssenkrupp bis zu zwei Milliarden Euro erhalten. Nun hat auch die EU-Kommission die Hilfen genehmigt. Mit dem Projekt könnten fast 60 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
Die EU-Kommission hat deutsche Milliardenhilfen für den Bau einer Großanlage zur klimafreundlicheren Stahlproduktion durch thyssenkrupp genehmigt. Konkret betrage die Unterstützung bis zu zwei Milliarden Euro, wie die EU-Kommission mitteilte.«
Gierig griffen die Stahlmanager zu und versprachen der Politik für die Zukunft »grünen Stahl«.
Keiner konnte die Geisterfahrer stoppen – Geld und Ideologie vernebelten die Hirne.
Und die Konsequenz? Am 12.7.2025 berichtete BörsenNEWS.de: »Thyssenkrupp Steel zieht die Reißleine: Über 11.000 Stellen sollen bis 2030 wegfallen – doch Kündigungen wird es keine geben. Stattdessen müssen sich Beschäftigte auf massive Einkommenseinbußen und verkürzte Arbeitszeiten einstellen. [...]
Die Reduktion betrifft rund 5.300 Stellen direkt – 1.600 in der Produktion bis 2029, 3.700 konzernweit bis 2028. Weitere Stellen fallen durch Verkäufe von Unternehmensteilen weg. Insgesamt soll die Belegschaft von derzeit rund 26.300 auf unter 16.000 schrumpfen.«
Da sind andere schlauer und verantwortungsvoller:
Der Stahlkonzern ArcelorMittal verzichtet sehenden Auges auf 1,3 Milliarden Euro Subventionen vom Bund und dem Land Bremen und stellt nicht auf »grüne Wasserstoff-Produktion« um.
Um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben, wird vorerst nicht von Kohle und Koks auf erneuerbare Energie umgestellt.
So macht man es, wenn Manager und nicht Krämerseelen am Werk sind.
Übrigens: ArcelorMittal ist der weltweit zweitgrößte Stahlproduzent – und will es durch kluge Unternehmensstrategie auch bleiben.
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