UN 4/2026
Deutschland verarmt
Deutschland verarmt intellektuell, moralisch, kulturell und vor allem wirtschaftlich.
Der wirtschaftliche Aspekt ist der, der die Menschen verständlicherweise am meisten umtreibt. Es ist auch keine Verschwörungstheorie, wenn Experten darauf hinweisen, dass der Bürger immer weniger Geld im Portemonnaie hat.
Unser realer Wohlstand sinkt rapide! Seit Beginn der »Corona-Pandemie« hinkt die Lohnentwicklung in Deutschland der Inflation deutlich hinterher. Während die Preise von 2020 bis 2025 um 21,8 Prozent stiegen, wuchsen die Einkommen laut Daten des Statistischen Bundesamtes nur um rund 11 Prozent.
Dies bedeutet konkret: Der Bürger hat fast 11 Prozent weniger Einkommen zur Verfügung! Für Normalverdiener bedeutet diese Schere einen massiven Verlust an realer Kaufkraft.
Maßgeblich verantwortlich für die rasanten Preissteigerungen sind die Energie-, Lebensmittel- und Wohnkosten.
Allerdings ist dies alles nicht naturgegeben, sondern Ergebnis politisch-strategischer Fehlentscheidungen.
In einem funktionierenden Wirtschaftsunternehmen (VW oder Mercedes zählen hier nicht dazu!) oder beim Militär würden solche strategischen Fehler gnadenlos abgestraft – in Deutschland wird man dafür wiedergewählt.
Der Niedergang der deutschen Wirtschaft ist Realität und spürbar in Werkshallen, in Bilanzen und in den Zahlen der Industrieproduktion.
Deutschland war über Jahrzehnte eine exportgetriebene Industrienation mit hochspezialisierten Mittelständlern, einer starken Ingenieurkultur und global wettbewerbsfähigen Großkonzernen.
Maschinenbau, Chemie- und Automobilindustrie – das waren die Säulen eines Wirtschaftsmodells, das Wohlstand, Arbeitsplätze und politischen Einfluss schuf. Doch dieses Modell wird seit Jahren ausgehöhlt, und zwar nicht primär durch äußere Einflüsse, sondern durch rote, grüne und schwarze Fehlentscheidungen.
Das erste und vielleicht gravierendste Problem ist die Energiepolitik. Kaum ein Industrieland hat seine Energieversorgung so abrupt und ideologisch umgebaut wie Deutschland. Der gleichzeitige Ausstieg aus Kernenergie und Kohle, kombiniert mit einer starken Abhängigkeit von nicht verlässlichen erneuerbaren Energien, hat zu einem der höchsten Strompreise der Welt für Industrie und Mittelstand geführt. Für energieintensive Branchen (Stahl, Chemie, Aluminium) ist das nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine Existenzfrage. Allein VW will in den nächsten vier Jahren 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen.
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie schlägt Alarm: »Die Situation ist wirklich dramatisch«, äußerte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Seine Branche befinde sich »in der größten Krise seit Gründung der Bundesrepublik«.
Der Arbeitgeberverband rechnet allein für dieses Jahr mit dem Verlust von bis zu 150.000 Arbeitsplätzen in der Branche. »Wir sind mitten in einer Deindustrialisierung und die Aussichten sind sehr düster«, bringt Zander die Lage auf den Punkt.
Dagegen stirbt, fast unbemerkt, unser Mittelstand. Die Insolvenzen stiegen im Jahr 2025 auf fast 25.000 – insolvenzgefährdet sind bereits jetzt weitere 323.000 Unternehmen.
Die Sozialabgaben explodieren, die Steuerlast erstickt jeglichen Konsum – aber für den Rest der Welt und für die Rettung »unserer Demokratie« sind immer noch ein paar Milliarden übrig.
Wann wird der Michel endlich wach?
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